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24.11.2017 14:45 Alter: -4 days
Kategorie: Veranstaltungen

Der 4. Dezember 1989 in Erfurt

Erinnerung an die erste Besetzung einer Stasi-Zentrale | 04. Dezember 2017, 18:00 Uhr | Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße


Zur Erinnerung an die erste Besetzung einer Stasi-Zentrale und ein Fest der Zivilcourage

Am 4. Dezember 1989 wagten es mutige Bürgerinnen und Bürger aus Erfurt eine Stasi-Bezirksverwaltung zum ersten Mal in der DDR zu besetzen. Diesem couragierten Beispiel folgten kurz darauf weitere Städte und setzten damit ein wichtiges Zeichen in der Friedlichen Revolution. Wir feiern diesen 28. Jahrestag der ersten Besetzung einer Stasi-Bezirksverwaltung mit Gesprächen und Beisammensein.

Mo  4. 12. Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt

18 Uhr Gedenken an die erste Besetzung einer MfS-Bezirksverwaltung am 4.12. 1989 in Erfurt, an der Tafel am Eingang der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße (Ecke Domplatz).

Ansprache: Bernd Winkelmann (ehemals Suhl, beteiligt an der Besetzung der dortigen MfS-Bezirksverwaltung am Abend des 4.12. 1989)

18.30 Buchlesung und Gespräch im Kubus der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt

Peter Wensierski liest aus seinem Buch:

"Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution"

ca. 19 Uhr Gespräch über die Situation junger Oppositioneller in der DDR aus Basisgruppen und Junge Gemeinde, Offene Arbeit und ESG in Erfurt.

Teilnehmende:

      Peter Wensierski (Buchautor)

      Astrid Rothe-Beinlich (MdL)

      Frank Molle (Geschäftsinhaber)

        (Beide waren 1989 jugendliche Akteure der
   Friedlichen Revolution in Erfurt.)

      Matthias Sengewald
(Jugendmitarbeiter in Leipzig und Erfurt)

Moderation:

      Lorene Gensel (Journalistin MDR)

 

Das Buch handelt von vielen jungen Leipzigern, die 1987-89 ganz wesentlich am Kampf um demokra­tische Freiheiten und ein selbstbestimmtes Leben nicht nur beteiligt waren, sondern den sie in besonders interessanter und mutiger Weise vorangetrieben haben. Sie wurden verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verloren sie ein Stückchen mehr Angst und die Diktatur an Kraft.

Wie schließt man sich in einer Gruppe in Vielfalt zusammen und wird zu einer politischen Kraft? Wie schmiedet man Pläne für Aktionen, die die Menschen erreichen und sie aus Resignation und Apathie reißen? Wie frech kann man gegenüber den Vertretern der Macht sein? Wieviel Angst, wieviel Spaß kann politisches Handeln machen?

Über diese Erfahrungen diskutieren wir danach mit Peter Wensierski und Erfurterinnen, die damals als junge Leute ähnlich gelebt haben und sich bis heute politisch engagieren.

ca. 20 Uhr danach:

Werkstattbericht Andreasstraße

Der Leiter Jochen Voit informiert über die Vorha­ben der Bildungs- und Gedenkstätte 2017/2018.

Danach gibt es Wein, Wasser und Häppchen.

Aus diesem Anlass wird Sa 2.12. – Mo 4.12 die Ausstellung 

„Bekenntniszeichen“
Die Junge Gemeinde in der DDR im Spannungsfeld zwischen Staat und Kirche 

in der Andreasstraße zu sehen sein. 

Die Ausstellung schildert die Repressionen, die christliche Jugendliche und kirchliche Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter in der DDR erleben muss­ten, ihre Erfahrungen von Ausgrenzung, Benachtei­ligung und Verfolgung; aber auch wie die kirchliche Jugendarbeit in der DDR von Anfang bis Ende lebendig blieb.

 

Die Junge Gemeinde war und blieb Refugium für viele Jugendliche, wo sie sich mit Gleichgesinnten treffen, offen miteinander reden konnten, wo Ideen, Gedanken und Visionen jenseits der ideolo­gisch einengenden Vorgaben vermittelt und ausge­tauscht wurden, wo Ermutigung gelebt wurde.