12.07.2014 14:32 Alter: 4 yrs

Siegfried Geißler, Bürgerrechtler und Musiker verstorben

Der Suhler Bürgerrechtler und Dirigent Siegfried Geißler ist tot. Er starb am 10. Juli im Alter von 85 Jahren


Siegfried Geißler wurde nach seinem Austritt aus der SED am 30. September 1989 Mitbegründer des Bürgerkomitees Suhl, Begründer des Bürgerkomitees des Landes Thüringen e.V., Mitbegründer des Neuen Forums Suhl und Südthüringens sowie berufener Bürger des Runden Tisches der Stadt Suhl.

1990 kandidierte er  für das Neue Forum bei der Wahl zum neuen Thüringer LAndtag. Als Alterspräsident des ersten Thüringer Landtages leitete er im Oktober 1990 die konstituierende Sitzung des Parlaments. Er war zugleich einer der Väter der Thüringer Verfassung.

Er gehörte zunächst zur Fraktion Grüne/Neues Forum/Demokratie Jetzt. Ab dem 22. Dezember 1992 war er - gemeinsam mit Matthias Büchner - fraktionsloser Abgeordneter.
Am 25. Oktober 1993 kam es auf der Wartburg zu einem Eklat: Die Abgeordneten des Thüringer Landtags stimmten dort bei der feierlichen Landtagssitzung in letzter Lesung über Thüringens neue Verfassung ab. Der Ältestenrat des Thüringer Landtags hatte festgelegt, dass nur die Vorsitzenden der fünf Landtags-Fraktionen Gelegenheit zur Rede bekommen sollten. Damit waren die zwei fraktionslosen Abgeordneten - beide mit Mandat des Neuen Forums und damit Vertreter der Bürgerrechtsbewegung von 1989 – nicht einverstanden. Büchner versuchte während der Sitzung, sich Gehör zu verschaffen, wurde jedoch von Landtagspräsident Gottfried Müller nach drei Ordnungsrufen des Saales verwiesen. Da verließ auch Siegfried Geißler aus Protest die Festsitzung.

Der am 26. März 1929 in Dresden geborene studierte Musik und war als Hornist, Dirigent und Komponist tätig. Von 1965 bis 1980 war er Chefdirigent der Thüringen-Philharmonie Suhl.

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